Viele bayerische Polizisten sind auf Nebenjobs angewiesen, weil sie zu schlecht bezahlt werden

Veröffentlichungsdatum: 23. Oktober, 2017 | 18:59 redaktion

Lebenshaltungskosten in Ballungsräumen sind für viele Polizisten zu hoch

München – Der bayerischen Staatsregierung zufolge gehen 4.967 Angehörige der bayerischen Polizei – das sind ca. 12 Prozent der Landespolizisten – einer Nebentätigkeit nach. Das ist das Ergebnis einer schriftlichen Anfrage des SPD-Landtagsabgeordneten Peter Paul Gantzer. Bei den angestellten Polizeibeamten ist die Quote sogar noch etwas höher.

Die meisten Nebentätigkeiten werden in den Ballungsräumen ausgeübt. Alleine in München hat fast ein Fünftel der Polizeikräfte einen Nebenjob. Auch im Polizeipräsidium Mittelfranken und damit im Ballungsgebiet Nürnberg gibt es 632 Beamte mit einer Nebentätigkeit. „Das verdeutlicht, dass die Gehälter bei der Polizei in keinem Bezug mehr zu den Lebenshaltungskosten in Ballungsräumen stehen“, erklärt Gantzer und fordert die sofortige Erhöhung der Ballungsraumzulage.

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Bei genauerem Hinsehen wird deutlich, dass sich die Nebenjobber hauptsächlich in den Besoldungsgruppen A8 und A9 befinden, also bei den niedrigeren Einkommensgruppen. Gantzer sieht hier dringenden Handlungsbedarf: „Wenn das Gehalt in den Ballungsräumen in Bayern nicht mehr zum Leben reicht, dann vernachlässigt der Arbeitgeber seine Fürsorgepflicht. Die Verdoppelung der Ballungsraumzulage ist seit Jahren überfällig.“

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