Verarmte deutsche Rentnerin muss wegen Lebensmittel-Diebstahls in Haft

Veröffentlichungsdatum: 26. Oktober, 2017 | 16:40 redaktion

„Gnade vor Recht“ lehnte das bayerische Justizministerium ab

Memmingen – Für Lebensmitteldiebstähle ist eine 84-jährige Rentnerin aus Bad Wörishofen zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Ingrid M. wurde insgesamt fünfmal beim Stehlen erwischt und deshalb zu zwei Bewährungsstrafen und einer Geldstrafe verurteilt. Da die Seniorin während der Bewährung erneut einen Diebstahl beging, verdonnerte sie das Landgericht Memmingen zu einer dreimonatigen Haftstrafe.

Nachdem ein von ihrer Anwältin an das bayerische Justizministerium gestelltes Gnadengesuch abgelehnt worden ist, muss Ingrid M. nun für 90 Tage ins Gefängnis. „Das ist ein Schlag für mich, mir geht es unendlich schlecht“, sagte die betagte Frau der Münchner „tz“.

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Die 84-Jährige beteuert, immer nur aus Hunger gestohlen zu haben. Die Witwe lebt nach eigener Aussage nach Abzug aller Fixkosten für Miete, Strom und Medikamente von „höchstens 100 Euro im Monat“. Hilfen habe sie bisher immer abgelehnt, weil sie sich für ihre Altersarmut schäme. Vor ihrem ersten Diebstahl habe sie wochenlang von Knäckebrot und Leitungswasser gelebt. „Ich habe aus Hunger gestohlen, aus reiner Not. Ich schäme mich so“, betonte die Frau, die fast ein halbes Jahrhundert als Schneiderin gearbeitet hat und trotzdem von ihrer Rente nicht leben kann.

Der Gesamtwert aller gestohlenen Waren beläuft sich auf rund 70 Euro.

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